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Vertretung in Luxemburg

Krise an den Großen Seen spitzt sich aufgrund des Konflikts im Osten der Demokratischen Republik Kongo zu: EU kündigt mehr als 81 Mio. EUR an humanitärer Hilfe an

  • Presseartikel
  • 18. Februar 2026
  • Vertretung in Luxembourg
  • Lesedauer: 3 Min
Arrival of EU humanitarian aid in Chad

Der eskalierende Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo löst Massenvertreibungen aus. Nahrung, Wasser und Unterkünfte werden knapp, und Frauen und Kinder sind zunehmend Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt. Während die EU-Kommissarin für Krisenmanagement Hadja Lahbib zu Besuch in der Region der Großen Seen ist, mobilisiert die EU 81,2 Mio. EUR an humanitärer Hilfe für die gesamte Region.

Diese neuen Mittel ermöglichen es der EU, lebensrettende Dienstleistungen für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen im Osten der DR Kongo sowie für Menschen, die aus dem Land fliehen mussten, bereitzustellen. Mit den Mitteln werden auch Hilfsprojekte in Burundi, wo vulnerable Gemeinschaften aufgrund einer fragilen humanitären Lage weiterhin gefährdet sind, sowie in Ruanda und Tansania unterstützt.

EU-Kommissarin Hadja Lahbib ist derzeit zu Besuch in der DR Kongo, Burundi und Ruanda, um den dringendsten humanitären Bedarf vor Ort zu erfassen und sich bei allen Konfliktparteien im Osten der DR Kongo für den Zugang zu humanitärer Hilfe einzusetzen. Zuvor hatten die Mitgliedstaaten auf der Tagung des Rates „Auswärtige Angelegenheiten“ am 29. Januar ihre uneingeschränkte Unterstützung für die Mission der Kommissarin bekundet, die auf die Entwicklung konkreter Initiativen im Bereich der humanitären Diplomatie abzielt. Während ihres Besuchs wird sie mit Regierungsvertreterinnen und -vertretern der drei Länder sowie mit humanitären Partnern zusammentreffen und sich ein Bild von EU-finanzierten humanitären Projekten machen.

Von den 81,2 Mio. EUR werden 68 Mio. EUR zur Finanzierung humanitärer Hilfe in der DR Kongo verwendet, wo aufgrund von Konflikten und Vertreibungen der dringendste Bedarf besteht. Mit den Mitteln werden Nahrungsmittelhilfe und medizinische sowie ernährungstherapeutische Notfallversorgung bereitgestellt, der Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung wiederhergestellt und einfache Unterkünfte für vertriebene Familien verfügbar gemacht. Außerdem werden damit Schutzdienste wie die Betreuung Überlebender von Gewalt und der Kinderschutz unterstützt.

13,2 Mio. EUR dienen der Unterstützung der regionalen Flüchtlingshilfe und der Verbesserung der Katastrophenvorsorge in der gesamten Region der Großen Seen und helfen den Partnern somit, rasch auf neue Vertreibungen und Notlagen im Zusammenhang mit der Krise zu reagieren.

Hintergrund

Die DR Kongo ist mit einer der weltweit schwersten humanitären Krisen konfrontiert, deren Nährboden anhaltende bewaffnete Konflikte, Massenvertreibungen, Krankheitsausbrüche und extreme Armut bilden. Mehr als 21 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe, und die anhaltende Gewalt in den östlichen Provinzen zwingt Familien wiederholt zur Flucht – häufig in überfüllte Unterkünfte oder provisorische Lager. Verschärft wird die Krise durch weitverbreitete Menschenrechtsverletzungen, sexuelle Gewalt im Zusammenhang mit Konflikten und eine alarmierende Ernährungsunsicherheit, von der fast 28 Millionen Menschen betroffen sind.

Die humanitäre Lage in Burundi ist weiterhin fragil: Hunderttausende burundische Flüchtlinge halten sich nach wie vor in verschiedenen Nachbarländern auf und viele weitere wurden innerhalb des Landes durch Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Erdrutsche vertrieben. Rückkehrende stehen vor Herausforderungen, wenn es darum geht, ihr Leben neu aufzubauen und Zugang zu grundlegenden Leistungen in Bereichen wie Ernährung, Gesundheit, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Schutz zu erhalten. Die jüngsten Eskalationen im benachbarten Osten der DR Kongo haben zu großen grenzüberschreitenden Bewegungen geführt, im Zuge derer seit Ende 2025 Zehntausende kongolesische Flüchtlinge nach Burundi gekommen sind. Dadurch werden bereits stark beanspruchte Ressourcen, auch was Flüchtlingslager, Gesundheitsdienste und Wasserversorgungssysteme angeht, zusätzlich strapaziert.

Die Europäische Union ist nach wie vor eine wichtige Geberin humanitärer Hilfe für die Region und stellte im Jahr 2025 129,5 Mio. EUR bereit, von denen der Großteil für lebensrettende Hilfsmaßnahmen in der DR Kongo sowie für Flüchtlinge in den Nachbarländern verwendet wurde.

Weitere Informationen:

Humanitäre Hilfe der EU für die Demokratische Republik Kongo

Humanitäre Hilfe der EU für Burundi

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
18. Februar 2026
Autor
Vertretung in Luxembourg