
Heute ist das Abkommen zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen zwischen der EU und Angola (Sustainable Investment Facilitation Agreement – SIFA) in Kraft getreten. Dieses beispiellose EU-Abkommen über Investitionserleichterungen soll Anreize für ausländische Investitionen schaffen, die für die Verwirklichung der nachhaltigen Entwicklungsziele erforderlich sind. Mit dem SIFA wird ein transparenteres, effizienteres und vorhersehbareres Unternehmensumfeld für Investoren in Angola geschaffen. Gleichzeitig werden nachhaltige Investitionen von EU-Unternehmen in Angola gefördert.
Insbesondere soll im Rahmen des SIFA das Unternehmensumfeld durch Maßnahmen zur Investitionserleichterung verbessert werden: Die Transparenz von Investitionsvorschriften wird erhöht, die Nutzung elektronischer Behördendienste für Genehmigungen wird gefördert und Interessengruppen werden stärker einbezogen. Investitionserleichterungen kommen sowohl ausländischen als auch lokalen Investoren zugute, vor allem kleinen und mittleren Unternehmen.
In dem Abkommen werden auch Verpflichtungen im Zusammenhang mit Umwelt und Klima sowie die Achtung der Arbeitnehmerrechte festgeschrieben. So wird gewährleistet, dass die Erleichterung von Investitionen mit den Nachhaltigkeitszielen in Einklang steht.
Verbesserungen beim Geschäftsklima werden dazu beitragen, Investitionen in Sektoren mit ungenutztem Potenzial zu mobilisieren, beispielsweise in den Bereichen grüne Energie, Agrar- und Lebensmittelwertschöpfungsketten, digitale Innovation, Fischerei, Logistik und kritische Rohstoffe. Somit wird mit diesem Abkommen ein Beitrag zu den Bemühungen Angolas geleistet, seine Wirtschaft über fossile Brennstoffe hinaus zu diversifizieren.
Das SIFA entspricht dem Bestreben der EU, die Zusammenarbeit mit Afrika zu vertiefen. Die Ziele des Global-Gateway-Investitionspakets zwischen Afrika und der EU, mit dem die EU afrikanische Länder mit Investitionen in Höhe von 150 Mrd. EUR unterstützen wird, werden dadurch ergänzt. Aufbauend auf diesem Erfolg prüft die Kommission derzeit, ob auch mit anderen interessierten afrikanischen Partnerländern SIFAs ausgehandelt werden könnten.
Wie geht es weiter?
Die beiden Partner werden das Abkommen nun in Zusammenarbeit umsetzen. Die EU wird Angola mit gezielter technischer Hilfe bei der Förderung von Handel und Investitionen unterstützen.
Zudem wird ein Ausschuss für Investitionsförderungen aus Vertretern der EU und Angolas die Umsetzung des Abkommens überwachen und eruieren, wie die Investitionsbeziehungen zwischen der EU und Angola weiter verbessert werden können.
Hintergrund
Angola ist das fünfte Investitionsziel der EU auf dem afrikanischen Kontinent und deckt 8 % der ausländischen Direktinvestitionen der EU in Afrika ab (21,7 Mrd. EUR an ADI im Jahr 2022). Angolas Investitionen in der EU beliefen sich im Jahr 2022 auf 2,9 Mrd. EUR. Die EU ist damit der wichtigste Handels- und Investitionspartner Angolas.
Am 18. November 2022 kam es zum Abschluss der Verhandlungen zwischen der EU und Angola über das SIFA. Das Abkommen wurde am 17. November 2023 in Luanda, Angola, unterzeichnet.
Das SIFA entspricht der Zusage der Kommission in ihrer Überprüfung der Handelspolitik 2021, den gleich gesinnten Partnern oder Regionen in Afrika und der südlichen Nachbarschaft „eine neue Initiative für nachhaltige Investitionen vorzuschlagen“.
Weitere Informationen
Wortlaut des Abkommens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen zwischen der EU und Angola
Factsheet zum Abkommen zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen zwischen der EU und Angola
Factsheet zur Erleichterung von Investitionen in Afrika
Handelsverhandlungen zwischen der EU und Angola
Quote(s)
Ich freue mich, dass dieses neuartige, beispiellose Abkommen mit Angola nun in Kraft getreten ist. Mit dem Abkommen zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen wird ein modernes und nachhaltigeres Investitionsumfeld in Angola geschaffen und das Wirtschaftswachstum beider Partner angekurbelt. Es wird dazu beitragen, die angolanische Wirtschaft zu diversifizieren und verantwortungsvolle Investitionspraktiken zu fördern. Dadurch wird die Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und Angola weiter gestärkt.
Exekutiv-Vizepräsident Valdis Dombrovskis, zuständig für Handel
Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 1. September 2024
- Autor
- Vertretung in Luxembourg