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Vertretung in Luxemburg

EU veröffentlicht Ausschreibung von KI-Gigafabriken zur Steigerung der Rechenkapazität Europas und zur Mobilisierung von Investitionen von mehr als 30 Mrd. EUR

  • Presseartikel
  • 30. Juli 2026
  • Vertretung in Luxembourg
  • Lesedauer: 4 Min
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Die EU hat heute eine Ausschreibung für die Errichtung von bis zu sieben KI-Gigafabriken in ganz Europa veröffentlicht. Dies ist Teil ihrer jüngsten umfassenden Bemühungen, die technologische Souveränität Europas zu stärken und das Ziel zu verwirklichen, Europa zum KI-Kontinent zu machen.

Die von der Industrie geleitete und durch EU- und nationale Mittel in Höhe von bis zu 10 Mrd. EUR unterstützte Initiative dürfte in der gesamten Union mindestens 20 Mrd. EUR an privaten Investitionen mobilisieren. Mit ihrer Hilfe werden die KI-Rechenkapazitäten Europas ausgebaut und Start-ups, Scale-ups, kleine und mittlere Unternehmen, Industrie, Wissenschaft und Behörden erhalten Zugang zu Infrastrukturen für das Training, die Inferenz und die Feinabstimmung fortgeschrittener Grenz-KI-Modelle.

Die KI-Gigafabriken werden fortgeschrittene KI-Prozessoren, Software- und Cloud-Technologie-Stacks, Hochgeschwindigkeitsverbindungen und energieeffiziente Rechenzentren zusammenführen. Gemeinsam mit dem europäischen Netz von 19 KI-Fabriken werden sie die Technologie-Führungsposition, Resilienz und strategische Autonomie Europas stärken.

Mit der Initiative wird sichergestellt, dass Europa fortgeschrittene KI mithilfe einer eigenen Infrastruktur und im Einklang mit den Vorschriften und Werten der EU entwickeln kann. Die in den KI-Gigafabriken entwickelten KI-Technologien werden den EU-Standards für Datenschutz, Sicherheit, Gefahrenabwehr und Ethik entsprechen.

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich Konsortien oder Zweckgesellschaften, in denen Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Investoren und andere Partner zusammengeschlossen sind.

Die KI-Gigafabriken können in einem einzigen Mitgliedstaat errichtet werden, entweder an einem oder an mehreren Standorten. Möglich sind auch grenzüberschreitende Entwicklungsvorhaben in mehreren Mitgliedstaaten, für die verteilte KI-Rechenanlagen genutzt werden.

Die Vorschläge werden einer vergleichenden Bewertung unterzogen, anhand derer die erfolgreichen Projekte ausgewählt werden.

Finanzierung und Umfang

Das Gemeinsame Unternehmen für europäisches Hochleistungsrechnen (GU EuroHPC) und die Mitgliedstaaten werden gemeinsam Rechenzugriffszeit von den ausgewählten KI-Gigafabriken beziehen. 18 Mitgliedstaaten haben mit dem GU EuroHPC eine Vereinbarung über ein gemeinsames Vergabeverfahren unterzeichnet: Deutschland, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Polen, Portugal, Schweden, die Slowakei, Spanien, Tschechien und Ungarn. Im Rahmen des Vergabeverfahrens werden in zwei aufeinanderfolgenden Entwicklungsphasen und zwei Losen bis zu sieben KI-Gigafabriken gefördert. Die teilnehmenden Mitgliedstaaten stellen dabei Mittel in gleicher Höhe wie die EU bereit. Die öffentlichen Mittel wirken als starker Katalysator für die Initiative und mobilisieren umfangreiche private Investitionen, die für den Bau und den Betrieb dieser Anlagen erforderlich sind.

Mit dem ersten Los werden bis zu vier Vorhaben unterstützt, für die in der ersten Phase EU-Mittel von jeweils bis zu 100 Mio. EUR und in der zweiten Phase zusätzliche Mittel von bis zu 400 Mio. EUR bereitgestellt werden. Jede im Rahmen dieses Loses ausgewählte KI-Gigafabrik muss mindestens so viele der fortgeschrittensten KI-Prozessoren einsetzen, wie derzeit in der leistungsfähigsten KI-Fabrik Europas installiert sind. In der zweiten Phase muss diese Kapazität auf mindestens das Dreifache erhöht werden. Mit dem zweiten Los werden bis zu drei Vorhaben unterstützt, für die in der ersten Phase EU-Mittel von jeweils bis zu 200 Mio. EUR und in der zweiten Phase zusätzliche Mittel von bis zu 800 Mio. EUR bereitgestellt werden. Jede im Rahmen dieses Loses ausgewählte KI-Gigafabrik muss bis zu doppelt so viele der fortgeschrittensten KI-Prozessoren einsetzen, wie derzeit in der leistungsfähigsten KI-Fabrik Europas installiert sind. In der zweiten Phase muss diese Kapazität auf mindestens das Vierfache erhöht werden.

Hardware für den KI-Kontinent

Fortgeschrittene KI ist auf hochspezialisierte Rechenhardware angewiesen. Mit der zunehmenden weltweiten Verbreitung von KI gewinnt der Zugang zu souveräner groß angelegter KI-Infrastruktur für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität Europas immer mehr an Bedeutung.

Die Konsortien der KI-Gigafabriken können Hardware in jeder der beiden Entwicklungsphasen der KI-Gigafabriken von Hardwareanbietern in Europa oder gleich gesinnten Ländern beschaffen. Ein Teil dieser Beschaffung kann europäischen Start-ups und Scale-ups vorbehalten werden. Dadurch bieten die KI-Gigafabriken konkrete Möglichkeiten, die europäische digitale Lieferkette zu stärken. Gleichzeitig hat die Kommission im Anschluss an das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA Absichtserklärungen mit den drei großen US-Hardwareanbietern AMD, NVIDIA und Qualcomm unterzeichnet, um so sicherzustellen, dass die Konsortien einen reibungslosen Zugang zu der erforderlichen Hardware erhalten.

Nächste Schritte

Schlusstermin der Ausschreibung ist der 12. November 2026.

Nach Abschluss des vom GU EuroHPC durchgeführten Bewertungsverfahrens werden die Vergabebeschlüsse Anfang 2027 erwartet. Anschließend werden die erforderlichen Rahmenvereinbarungen und Einzelverträge unterzeichnet, sodass 2027 mit dem Bau begonnen werden kann.

Die ausgewählten KI-Gigafabriken sollen spätestens 18 Monate nach der Unterzeichnung ihren Betrieb aufnehmen.

Weitere Informationen

Aktionsplan für den KI-Kontinent

Verordnung zur Cloud- und KI-Entwicklung

Gemeinsames Unternehmen für europäisches Hochleistungsrechnen

Ausschreibungsunterlagen

Die Veröffentlichung der Ausschreibung von KI-Gigafabriken ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu unserem Ziel, Europa zum KI-Kontinent zu machen. Angesichts der rasanten Entwicklung der KI ist der Zugang zu der rohen Rechenleistung der KI-Gigafabriken eine strategische Notwendigkeit für Europa. Ich freue mich, dass die Mitgliedstaaten, die Industrie und die Kommission gemeinsam an diesen Einrichtungen arbeiten, die für unsere technologische Souveränität von entscheidender Bedeutung sind.

Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie

Datum der Veröffentlichung
30. Juli 2026
Autor
Vertretung in Luxembourg