
Die EU ist und bleibt eine der wichtigsten Geberinnen humanitärer Hilfe weltweit. Die EU kündigt heute für die mehr als 300 Millionen Menschen, die dieses Jahr schätzungsweise auf humanitäre Hilfe angewiesen sein werden, erste Mittel für humanitäre Hilfe in Höhe von 1,9 Mrd. € für das Jahr 2025 an.
Die humanitäre Hilfe der EU wird wie folgt zugeteilt:
Naher Osten und Nordafrika
- 375 Mio. € sind für den Nahen und Mittleren Osten zugewiesen. Die humanitäre Lage ist nach wie vor äußerst prekär und labil, insbesondere in Gaza. In der Region kam es in den letzten Monaten zu großen Umwälzungen, unter anderem nach den jüngsten Entwicklungen in Syrien.
- 95 Mio. € sind für Nordafrika und Jemen vorgesehen, eine Region, die mit komplexen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen konfrontiert ist.
Ukraine
- Die erste Ausschüttung für die Ukraine, wo der Krieg inzwischen ins dritte Jahr geht, beläuft sich auf 140 Mio. €. Zusätzlich werden 8 Mio. € für humanitäre Projekte im Nachbarland Moldau bereitgestellt.
Afrika
- Schutzbedürftige Menschen auf dem afrikanischen Kontinent erhalten insgesamt 510 Mio. €. Die Hilfe geht nach West- und Zentralafrika, die Sahelzone, das Tschadseebecken, den Nordwesten Nigerias, Zentralafrika, die Region der Großen Seen und die Region des Horns von Afrika.
Lateinamerika und Karibik
- Zunächst werden 113 Mio. € bereitgestellt, um die innerstaatlichen und regionalen Auswirkungen der Krise in Venezuela abzufedern, den am stärksten von den bewaffneten Konflikten in Kolumbien betroffenen Menschen zu helfen, die komplexe Krise in Haiti zu bewältigen und die Gewalt in Zentralamerika, Mexiko und Ecuador zu beenden.
Asien und Pazifischer Raum
- Etwa 182 Mio. € humanitäre Hilfe gehen nach Asien und werden insbesondere für die Krise in Myanmar und ihre Auswirkungen auf Bangladesch, sowie für die Krise in Afghanistan bereitgestellt.
Ferner werden für die Region südliches Afrika und Indischer Ozean 35 Mio. € zur Verfügung gestellt, sowie 5 Mio. € für die Regionen Südkaukasus und Zentralasien.
Zusätzliche Soforthilfe
- Mehr als 295 Mio. € sind für weltweite Maßnahmen als Reaktion auf plötzliche Notlagen und unvorhergesehene humanitäre Krisen bestimmt, die im Laufe des Jahres auftreten können.
- Über 110 Mio. € werden für bereichsübergreifende Tätigkeiten einschließlich innovativer Projekte und politischer Initiativen bereitgestellt, z. B. für (mehrjährige) programmatische Partnerschaften und die Verbesserung der Bewältigungskapazitäten.
Hintergrund
Die Europäische Kommission leistet seit 1992 humanitäre Hilfe in über 110 Ländern und erreicht damit jedes Jahr Millionen von Bedürftigen auf der ganzen Welt. Die Hilfe wird über humanitäre Partnerorganisationen wie europäische humanitäre Nichtregierungsorganisationen, internationale Organisationen (einschließlich UN-Agenturen) und spezialisierte Agenturen der Mitgliedstaaten geleistet.
Über ihr weltweites Netz von humanitären Sachverständigen beobachtet die Europäische Kommission genau, wie die EU-Mittel eingesetzt werden, und sie hat strenge Vorschriften festgelegt, um sicherzustellen, dass die Mittel ordnungsgemäß ausgegeben werden.
Weitere Informationen
EU-Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe
Quote(s)
Im Jahr 2025 werden mehr als 300 Mio. Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. Daher hält die EU an ihrem Engagement fest, die Bedürftigsten als wichtigste Geberin humanitärer Hilfe zu unterstützen. Unsere humanitäre Hilfe wird unsere Partner vor Ort – die Strukturen der Vereinten Nationen, des Roten Kreuzes/Roten Halbmonds, internationale und lokale Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen – dabei unterstützen, lebensrettende Soforthilfe zu leisten, wo diese nötig ist. Gleichzeitig möchte ich erneut meine Forderung nach einem sicheren und ungehinderten Zugang zu den Bedürftigen vorbringen: Die Bereitstellung von Mitteln allein ist nicht ausreichend – wir müssen die Menschen erreichen können. Alle Parteien müssen daher unbedingt das humanitäre Völkerrecht achten.
Hadja Lahbib, Mitglied der Kommission für Gleichberechtigung sowie Krisenvorsorge und -management
Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 16. Januar 2025
- Autor
- Vertretung in Luxembourg