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Vertretung in Luxemburg

Europäisches Forum für humanitäre Hilfe kündigt Zusagen in Höhe von mehr als 7,7 Mrd. EUR für globale Krisen an

  • Presseartikel
  • 19. März 2024
  • Vertretung in Luxembourg
  • Lesedauer: 4 Min

Heute endete die dritte Ausgabe des Europäischen Forums für humanitäre Hilfe, die gemeinsam von der Europäischen Kommission und dem belgischen EU-Ratsvorsitz in Brüssel ausgerichtet wurde.

Während des Forums kündigten die Mitgliedstaaten gemeinsam mit der Kommission die für 2024 geplante humanitäre Hilfe in Höhe von mehr als 7,7 Milliarden EUR an – ein konkreter Ausdruck der globalen Solidarität und der führenden Rolle der EU bei humanitären Maßnahmen.

Die EU und die Mitgliedstaaten haben sich unter anderem verpflichtet, Maßnahmen zur Bewältigung von Konflikten und zur Erhaltung des humanitären Raums zu ergreifen, insbesondere auch angesichts der sich verschlechternden Lage im Gazastreifen. Die Ministerinnen und Minister der EU-Mitgliedstaaten brachten ihre tiefe Besorgnis über die derzeitige humanitäre Lage im Gazastreifen zum Ausdruck und forderten einen raschen, ungehinderten, sicheren und dauerhaften Zugang für humanitäre Hilfe zu den Bedürftigen.

Die Teilnehmer befassten sich auch mit der Frage, wie die Einhaltung des humanitären Völkerrechts bei den heutigen bewaffneten Konflikten weltweit gefördert werden kann, und begrüßten die Ankündigung der unabhängigen, nichtstaatlichen Initiative mit dem Titel „IHL in Focus“. Im Rahmen dieser Initiative soll eine jährliche Analyse der aktuellen bewaffneten Konflikte und der damit verbundenen Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht erstellt und damit ein Beitrag zur Feststellung des Stands der Einhaltung des humanitären Völkerrechts in der ganzen Welt geleistet werden.

An dem Forum nahmen über 1400 Vertreter der humanitären Gemeinschaft, der EU-Mitgliedstaaten und darüber hinaus teil, um gemeinsam nachhaltige Lösungen für die komplexen humanitären Herausforderungen der heutigen Zeit vorzuschlagen.

Hintergrund

Mit besonderem Augenmerk auf den Aspekten Gerechtigkeit und Inklusivität sprach sich das Forum für eine wirksame Beteiligung lokaler Akteure aus, insbesondere von Vertretern marginalisierter Gruppen. Zudem wurde die Bedeutung langfristiger Lösungen hervorgehoben, die auf der Verzahnung von humanitärer Hilfe, Entwicklung und Frieden beruhen. Zentrale Themen waren ferner Schutzmaßnahmen sowie Zusagen zur Aufstockung der Mittel für gezielte humanitäre Einsätze, wobei die zentrale Rolle strategischer Lieferketten und der Logistik für die effiziente Bereitstellung der Hilfe unterstrichen wurde. Gegenstand der Gespräche waren ferner die Finanzierungslücke im Bereich der humanitären Hilfe und Lösungsansätze wie die Diversifizierung der Ressourcen, die Steigerung der Effizienz des Systems der humanitären Hilfe und die Verringerung des Bedarfs.

Des Weiteren wurden auf dem Forum Möglichkeiten zur Aufstockung der Klimafinanzierung für von Konflikten betroffene, klimaanfällige Gebiete erkundet und aufgezeigt, wie wichtig es ist, in fragilen Kontexten Resilienz aufzubauen.

Weitere Informationen

Homepage - Europäisches Forum für humanitäre Hilfe 2024

Quote(s)

 

Auf dem diesjährigen Europäischen Forum für humanitäre Hilfe haben die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten gemeinsam die Bereitstellung von Mitteln für humanitäre Hilfe in Höhe von über 7,7 Mrd. EUR für 2024 angekündigt. Dies ist eine solide erste Zusage für dieses Jahr, die sowohl die globale Solidarität als auch die herausragende Position der EU bei humanitären Maßnahmen widerspiegelt. Die humanitäre Gemeinschaft hat auf diesem Forum ausdrücklich auf die Notwendigkeit hingewiesen, den Zusammenbruch des internationalen humanitären Systems zu verhindern, indem für eine nachhaltige und gerechte Finanzierung humanitärer Maßnahmen und eine stärkere Achtung des humanitären Völkerrechts gesorgt und gemeinsame Maßnahmen ergriffen werden. Dabei gilt es auch, die Soforthilfe mit Maßnahmen in den Bereichen Entwicklung und Frieden in Einklang zu bringen, um gerade auch den oft vergessenen schutzbedürftigen Gemeinschaften dabei zu helfen, den Kreislauf der Fragilität und Abhängigkeit zu überwinden.

Janez Lenarčič‚ Kommissar für Krisenmanagement

Das Europäische Forum für humanitäre Hilfe ist zu einem festen Termin für politische Entscheidungsträger und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen geworden, die sich für internationale Solidarität und humanitäre Hilfe einsetzen. Seine Bedeutung wurde in diesem Jahr bedauerlicherweise durch den beispiellosen Bedarf an humanitärer Hilfe weltweit und die anhaltende Katastrophe im Gazastreifen unterstrichen. Die internationale Gebergemeinschaft muss sich nach Kräften bemühen, Schritt zu halten. In diesem Jahr ist es der EU gelungen, für 2024 Hilfe in Höhe von 7,7 Mrd. EUR zuzusagen. Darüber hinaus haben wir vergessene und unterfinanzierte humanitäre Krisen, wie die Krise in der Demokratischen Republik Kongo, ins Blickfeld gerückt und klar geäußert, dass wir gegen die zunehmenden Ausschreitungen und groben Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht vorgehen müssen, wann und wo immer sie auftreten. Wenn wir zulassen, dass diese Verstöße ohne Folgen fortgesetzt werden, untergraben wir das Völkerrecht selbst und die regelbasierte Ordnung, deren Grundlage es ist. Dafür werden wir letztlich alle den Preis bezahlen.

Caroline Gennez, Minister of Development Cooperation of Belgium

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
19. März 2024
Autor
Vertretung in Luxembourg