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Vertretung in Luxemburg

Die Innovationsleistung Europas wird kontinuierlich besser – wenn auch mit je nach Mitgliedstaat unterschiedlichem Tempo

  • Presseartikel
  • 8. Juli 2024
  • Vertretung in Luxembourg
  • Lesedauer: 5 Min
A researcher in his laboratory
Union européenne, 2020

Die Innovationsleistung der Europäischen Union verbessert sich weiter in konstantem Tempo. Sie ist seit 2017 um 10 % und zwischen 2023 und 2024 um 0,5 % gestiegen. Laut der heute veröffentlichten Ausgabe des Europäischen Innovationsanzeigers (EIS) 2024 haben die meisten EU-Mitgliedstaaten ihre Innovationsleistung gesteigert, wobei der Anstieg jedoch von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat sehr unterschiedlich ausfällt.

Wichtigste Erkenntnisse

Zwischen 2023 und 2024 hat sich die nationale Innovationsleistung in 15 Mitgliedstaaten erhöht, während sie bei einer zweiten Gruppe von 11 Mitgliedstaaten zurückgegangen ist. In Kroatien blieb die Leistung unverändert. Vergleich zur letzten Ausgabe des Europäischen Innovationsanzeigers:

  • Dänemark ist nach wie vor das innovativste EU-Land, gefolgt von Schweden, dem Spitzenreiter im Zeitraum von 2017 bis 2022.
  • Zwei Länder gehören jetzt einer anderen Leistungsgruppe an: Estland ist dank eines steten Aufwärtstrends seit 2017 jetzt ein starker Innovator. Belgien hingegen – einer der Innovationsführer im Jahr 2023 – wurde in die Kategorie der starken Innovatoren herabgestuft, obwohl das Land Platz fünf in den Rankings behauptete.

Eine umfassendere Analyse, in die auch andere europäische Länder und ausgewählte globale Wettbewerber einbezogen sind, zeichnet das Bild einer sich verändernden internationalen Innovationslandschaft. Die Schweiz ist das innovativste europäische Land, und Südkorea ist 2024 nach wie vor der innovativste globale Wettbewerber, während China nun vor Japan rangiert und schrittweise zur EU aufschließt.

Im globalen Kontext hält die EU eine solide Position und schneidet bei den meisten Indikatoren, etwa bei der Einführung von Produkt- und Verfahrensinnovationen durch KMU und bei umweltbezogenen Technologien, gut ab. Im Vergleich zu ihren wichtigsten globalen Wettbewerbern steht die EU in Bereichen wie dem geistigen Eigentum, der Zusammenarbeit zwischen innovativen KMU und den FuE-Ausgaben im Unternehmenssektor weiter vor Herausforderungen.

Abbildung 3: Innovationsleistung in den 27 EU-Mitgliedstaaten im Vergleich zur EU im Jahr 2017 – Vergleich mit den Werten für 2023.

Die Innovationsführer mit ihren besonders attraktiven Forschungssystemen sind im Bereich Digitalisierung sehr leistungsfähig. Die starken Innovatoren können erhebliche Stärken in ihren Innovationssystemen (Produkt- und Unternehmensinnovationen) vorweisen. Bei den mäßigen Innovatoren sind einige positive Trends – insbesondere die Weiterentwicklung der Forschungszusammenarbeit – zu beobachten. Dagegen haben die aufstrebenden Innovatoren – trotz der insgesamt positiven Entwicklung ihrer Innovationsleistung – ihrer Rückstand noch immer nicht aufgeholt.

Während sich die Leistungsunterschiede zwischen 2017 und 2024 bei den starken Innovatoren und den mäßigen Innovatoren etwas verringert haben, sind sie bei den Innovationsführern und aufstrebenden Innovatoren nun stärker ausgeprägt. Auch geografische Unterschiede bei der Innovationsleistung bestehen fort. Innovationsführer und die meisten starken Innovatoren sind überwiegend in Nord- und Westeuropa, die mäßigen und aufstrebenden Innovatoren dagegen meist in Süd- und Osteuropa angesiedelt.

Hintergrund

Der Europäische Innovationsanzeiger (EIS) ist eine jährliche Publikation der Europäischen Kommission, in der die Innovationsleistung von EU-Mitgliedstaaten, Nachbarländern in Europa und ausgewählten globalen Wettbewerbern bewertet und verglichen wird. Der Europäische Innovationsanzeiger stützt sich auf 32 Indikatoren zu den Bereichen Wirtschaft, Unternehmen und Unternehmertum, Innovationsprofile, Governance und politischer Rahmen sowie Klimawandel und Demografie.

Der Europäische Innovationsanzeiger 2024 deckt alle EU-Mitgliedstaaten, zwölf Nachbarländer in Europa (darunter erstmals Moldau) und – mit einer geringeren Anzahl an Indikatoren – elf globale Wettbewerber ab. Im Europäischen Innovationsanzeiger 2024 werden die Mitgliedstaaten auf der Grundlage ihrer Punktzahlen in vier Innovationsgruppen eingeteilt: 

  • Innovationsführer (Leistung liegt bei mehr als 125 % des EU-Durchschnitts),
  • starke Innovatoren (zwischen 100 % und 125 % des EU-Durchschnitts),
  • mäßige Innovatoren (zwischen 70 % und 100 % des EU-Durchschnitts) und
  • aufstrebende Innovatoren (weniger als 70 % des EU-Durchschnitts).  

Mit dem Innovationsanzeiger sollen politische Entscheidungsträger, Forschende und Interessenträger dabei unterstützt werden, die Innovationslandschaft zu verstehen, Stärken und Schwächen zu ermitteln und evidenzbasierte Strategien zur Förderung der Innovation in ganz Europa zu konzipieren.

Der Europäische Innovationsanzeiger 2024 wird durch ein aktualisiertes und überarbeitetes interaktives Tool ergänzt, mit dem sich benutzerdefinierte Vergleiche durchführen lassen, bei denen Länderprofile visualisiert sowie relative Stärken, Schwächen und Trends aufgezeigt werden. Ferner wird damit eine eingehende Beschäftigung mit Korrelationen zwischen den Indikatoren ermöglicht.

Die 2022 veröffentlichte neue europäische Innovationsagenda trägt entscheidend zur Schließung der Innovationslücke bei. Sie beschleunigt die Entwicklung modernster Technologien und fördert ein dynamisches Umfeld für Start-ups und etablierte Unternehmen in ganz Europa. Mit beträchtlichen Anstrengungen wurden Initiativen im Rahmen der Schlüsselprioritäten der Agenda vorangebracht, unter anderem die Umsetzung neuer Richtlinien im Finanzsektor, die Einführung neuer Mechanismen und Fonds zur Förderung von Risikokapital und die Bereitstellung von Ausbildungsmöglichkeiten für Talente im technologieintensiven Bereich.

 

Weitere Informationen

Europäischer Innovationsanzeiger 2024

Europäischer Innovationsanzeiger 2024 – Zusammenfassung

Fragen und Antworten zum Europäischen Innovationsanzeiger 2024

Europäischer Innovationsanzeiger 2024 – Anhang B (Leistung je Indikator)

Bericht über die Methodik des Europäischen Innovationsanzeigers 2024

Europäischer Innovationsanzeiger 2024 – Datenbank EU-Länder und Nachbarländer

Europäischer Innovationsanzeiger 2024 – Datenbank EU und globale Wettbewerber

Quote(s)

 

Wie der diesjährige Europäische Innovationsanzeiger bestätigt, ist die EU eine feste Größe in der Industrie und in der Forschung. Im gegenwärtigen globalen Wettlauf um Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit verfügt sie über die nötigen Voraussetzungen, um Standards vorzugeben und sich als Technologieplattform zu profilieren. Jetzt müssen wir auf diesem technologischen Vorsprung aufbauen, um auf den Märkten von morgen in Industrie und Handel eine führende Rolle zu übernehmen. Für leistungsfähige und innovative Unternehmen, die Arbeitsplätze für die Europäerinnen und Europäer schaffen, werden widerstandsfähige und diversifizierte Lieferketten und ein moderner Binnenmarkt auch künftig unverzichtbar sein.

Kommissar Thierry Breton, zuständig für den Binnenmarkt

 

Der Europäische Innovationsanzeiger 2024 belegt, dass wir in den letzten Jahren enorme Fortschritte in Sachen Innovationsleistung erzielt haben. Allerdings ist die Innovationskluft zwischen den Mitgliedstaaten immer noch nicht geschlossen, und die EU hat das Potenzial, ihre Position im globalen Innovationswettlauf weiter zu verbessern. Wir müssen unsere Anstrengungen fortsetzen und uns insbesondere um mehr private Investitionen im Bereich Forschung und Innovation bemühen.

Iliana Ivanova, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
8. Juli 2024
Autor
Vertretung in Luxembourg