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Vertretung in Luxemburg

Kommission investiert über den Europäischen Verteidigungsfonds mehr als 1 Mrd. EUR in 54 ehrgeizige Projekte der Verteidigungsindustrie

  • Presseartikel
  • 16. Mai 2024
  • Vertretung in Luxembourg
  • Lesedauer: 7 Min

Die Kommission hat heute die Ergebnisse der im Rahmen des Europäischen Verteidigungsfonds veröffentlichten Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für 2023 bekannt gegeben. Dafür stehen EU-Mittel in Höhe von 1 031 Mio. EUR zur Verfügung, mit denen 54 herausragende gemeinsame europäische Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Verteidigungsbereich in der gesamten EU gefördert werden sollen.

Mit den ausgewählten Projekten wird technologische Exzellenz in einem breiten Spektrum von Verteidigungsfähigkeiten in kritischen Bereichen unterstützt, zu denen Cyberabwehr, Boden-, Luft- und Seegefechte, Schutz weltraumgestützter Ressourcen oder chemische, biologische, radiologische und nukleare Verteidigung (CBRN) gehören. Diese Projekte werden zur Verwirklichung der Prioritäten der EU auf dem Gebiet der Fähigkeiten beitragen, unter anderem zu einem besseren Lagebewusstsein für die Gewährleistung des Zugangs zum Weltraum sowie zu Technologien für einen künftigen Hauptkampfpanzer. So werden beispielsweise im Rahmen der Projekte MARTE und FMBTech mehr als 70 Akteure aus der Industrie und Forschungseinrichtungen gemeinsam an der Konzeption und an den Systemen für die Plattform für Hauptkampfpanzer arbeiten, die in ganz Europa genutzt werden soll.

Sie werden sich auch beim strategischen Lufttransport für überdimensionierte Fracht einbringen, der eine zentrale Fähigkeit zur raschen Unterstützung von Missionen weltweit darstellt. Anknüpfend an das JEY-CUAS-Projekt, für das in der Vergangenheit Mittel bereitgestellt wurden, werden beispielsweise im Rahmen von E-CUAS 24 Begünstigte aus 12 Mitgliedstaaten und Norwegen gemeinsam daran arbeiten, Verteidigungstechnologien zur Abwehr unbemannter Luftsysteme wie Drohnen voranzubringen. Im Bereich der Landfähigkeiten wird mit dem Projekt SRB2 auf der Grundlage der Ergebnisse des Europäischen Programms zur industriellen Entwicklung im Verteidigungsbereich ein neuartiges Suspensionssystem für schwere gepanzerte Fahrzeuge optimiert. Mit EDC2 soll ein Prototyp der europäischen Patrouillenkorvette auf Basis eines ersten Entwurfs entwickelt werden, der auf die Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für den Europäischen Verteidigungsfonds im Jahr 2021 zurückgeht. Das Forschungsprojekt TALOS-TWO mit 19 Teilnehmern aus 8 Ländern wird sich positiv auf die europäische Exzellenz bei den laserbasierten Strahlenwaffen auswirken.

Im Rahmen des EU-Innovationsprogramms im Verteidigungsbereich (EUDIS), das Teil des Europäischen Verteidigungsfonds ist, haben KMU, Start-ups und Neueinsteiger im Verteidigungssektor eine Reihe von Chancen genutzt, die sich 2023 im Zuge der Finanzierungsrunde für den Europäischen Verteidigungsfonds aufgetan haben. Zum ersten Mal wird der Transfer ziviler Innovationen auf den Verteidigungssektor durch vier Projekte unterstützt. Darüber hinaus wird im Projekt MaJoR technologische Entwicklung mit einer kurzfristigen technischen und finanziellen Unterstützung für bis zu 60 Start-ups und KMU während der Durchführungsphase kombiniert, sodass das Programm für sie leichter und einfacher zugänglich wird.

Der Erfolg dieser zum dritten Mal im Rahmen des Europäischen Verteidigungsfonds veröffentlichten Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen ist ein Beleg dafür, dass die Verteidigungsindustrie und die Forschungseinrichtungen in der EU in allen Größenkategorien und Regionen ein starkes und stetig wachsendes Interesse an einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und einem gemeinsamen Beitrag zur strategischen Fähigkeitenentwicklung der EU haben:

  • Ein äußerst attraktives Programm mit reger Beteiligung der EU-Industrie: Von verschiedenen aus großen Industrieunternehmen, KMU, Midcaps und Forschungs- und Technologieorganisationen gebildeten Konsortien wurden 236 Vorschläge für alle veröffentlichten Aufforderungen und Themen eingereicht.
  • Breite geografische Abdeckung: 581 Einrichtungen aus 26 EU-Mitgliedstaaten und Norwegen haben die ausgewählten Vorschläge erarbeitet.
  • Umfassende Zusammenarbeit innerhalb von Projekten: An den ausgewählten Vorschlägen sind im Durchschnitt 17 Einrichtungen aus 8 Ländern beteiligt;
  • Starke Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU): KMU machen mehr als 42 % aller Einrichtungen aus, die in den ausgewählten Vorschlägen berücksichtigt wurden, und erhalten mehr als 18 % der insgesamt beantragten EU-Mittel.
  • Ausgewogenes Verhältnis zwischen Maßnahmen in den Bereichen Forschung und Fähigkeitenentwicklung: 265 Mio. EUR werden zur Finanzierung der 30 Forschungsprojekte und 766 Mio. EUR zur Finanzierung von 24 Projekten im Bereich Fähigkeitenentwicklung bereitgestellt.
  • Förderung disruptiver Technologien für die Verteidigung: 4 % der Haushaltsmittel sind für die Finanzierung bahnbrechender Ideen vorgesehen, durch die Innovationen angeschoben werden, die auf eine radikale Veränderung der Konzeption und der praktischen Umsetzung von Verteidigungsprojekten abzielen.
  • Ausgewogene Unterstützung für strategische Verteidigungsfähigkeiten und neue vielversprechende Technologielösungen.
  • Kohärenz mit anderen EU-Verteidigungsinitiativen, nämlich dem Strategischen Kompass der EU, den Prioritäten der EU im Bereich Fähigkeitenentwicklung und der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (SSZ), wobei 14 der ausgewählten Entwicklungsvorschläge mit der SSZ im Zusammenhang stehen.

Nächste Schritte

Die Kommission wird nun Vorbereitungen treffen, um mit den Konsortien, die hinter den ausgewählten Vorschlägen stehen, eine Finanzhilfevereinbarung abzuschließen. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieses Verfahrens und der Annahme eines Vergabebeschlusses der Kommission werden die Finanzhilfevereinbarungen vor Ende des Jahres unterzeichnet, und mit den Projekten wird die Zusammenarbeit anlaufen. In den kommenden Jahren werden diese Kooperationsprojekte entscheidend dazu beitragen, die künftige Landschaft der europäischen Verteidigungstechnologie zu gestalten, grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu fördern und die Innovationsfähigkeit der technologischen und industriellen Basis der europäischen Verteidigung zu stärken.

Hintergrund

Bis zum Stichtag 22. November 2023 hat die europäische Verteidigungsindustrie 236 Vorschläge für gemeinsame FuE-Projekte im Verteidigungsbereich bei Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen des Europäischen Verteidigungsfonds 2023 vorgelegt, die alle von den Mitgliedstaaten mit Unterstützung der Kommission ermittelten thematischen Prioritäten widerspiegeln.

Der Europäische Verteidigungsfonds ist das Leitinstrument der EU zur Unterstützung der FuE-Zusammenarbeit im Bereich Verteidigung in Europa. Dank der Anstrengungen der Mitgliedstaaten fördert er die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aller Größen und zwischen Forschungsakteuren in der gesamten EU sowie in Norwegen (als assoziiertem Land). Der Europäische Verteidigungsfonds unterstützt kooperative Verteidigungsprojekte während des gesamten Forschungs- und Entwicklungszyklus, wobei der Schwerpunkt auf Projekten zur Entwicklung der modernsten und interoperablen Verteidigungstechnologien und entsprechender Ausrüstung liegt. Zudem fördert er die Innovation und schafft Anreize für die grenzüberschreitende Beteiligung von KMU. Die Projekte werden nach Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen ausgewählt und auf der Grundlage der Prioritäten definiert, auf die sich Mitgliedstaaten im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP), insbesondere des Fähigkeitenentwicklungsplans (Capability Development Plan, CDP), in Bezug auf Verteidigung der EU verständigt haben. 

Der Europäische Verteidigungsfonds ist mit 7,953 Mrd. EUR für den Zeitraum 2021-2027 dotiert. Davon ist ein Drittel für die kooperative Verteidigungsforschung zur Bewältigung sich abzeichnender und künftiger Sicherheitsbedrohungen vorgesehen, während mit den übrigen zwei Dritteln kooperative Projekte zur Fähigkeitenentwicklung kofinanziert werden sollen. 4 bis 8 % der Mittel aus dem Europäischen Verteidigungsfonds dienen der Entwicklung disruptiver Technologien, die Potenzial für bahnbrechende Innovationen im Verteidigungssektor bergen, oder fließen in einschlägige Forschung. Die Kommission hat das jährliche Arbeitsprogramm für 2024 im März 2024 angenommen und sich damit jetzt verpflichtet, über 4 Mrd. EUR aus dem Europäischen Verteidigungsfonds in kooperative FuE-Projekte im Verteidigungsbereich zu investieren. Die Durchführung des Europäischen Verteidigungsfonds erfolgt mithilfe von jährlichen Arbeitsprogrammen, die während des Mehrjährigen Finanzrahmens 2021-2027 an 17 stabilen thematischen und horizontalen Maßnahmenkategorien mit folgenden Schwerpunkten ausgerichtet sind:

  • Sich abzeichnende Herausforderungen: Hier gilt es, ein multidimensionales und ganzheitliches Konzept des modernen Gefechtsfeldes herauszubilden, das etwa medizinische Unterstützung im Verteidigungsbereich, chemische, biologische, radiologische und nukleare Bedrohungen (CBRN), biotechnische und menschliche Faktoren, Informationsüberlegenheit, fortschrittliche passive und aktive Sensoren, Cyberraum und Weltraum umfasst.
  • Verstärkende Faktoren und Enabler im Verteidigungsbereich, die dem Europäischen Verteidigungsfonds einen entscheidenden technologischen Impuls verleihen sollen und in allen Fähigkeitsbereichen (digitaler Wandel, Energieresilienz und ökologischer Wandel, Werkstoffe und Komponenten, disruptive Technologien) relevant sind, sowie offene Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für innovative, zukunftsorientierte Verteidigungslösungen einschließlich besonderer Aufforderungen für KMU.
  • Exzellenz in der Kriegsführung zur Verstärkung des Fähigkeitenaufbaus und der Unterstützung ambitionierter Verteidigungssysteme, etwa in den Bereichen Luftkampf, Luft- und Raketenabwehr, Bodenkampf, Schutz der eigenen Kräfte und Mobilität, Seegefechte, Unterwasserkriegsführung sowie Simulation und Ausbildung.

Weitere Informationen

Zusammenfassendes Factsheet und Factsheets zu einzelnen Projekten zu den ausgewählten Vorschlägen

Factsheet zum Arbeitsprogramm des Europäischen Verteidigungsfonds und Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für 2023

Videoaufzeichnung von den Infotagen 2023 zum Europäischen Verteidigungsfonds

Der Europäische Verteidigungsfonds und die diesbezügliche Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für 2024

Quote(s)

 

Die überwältigende Beteiligung unserer Verteidigungsindustrie – die Zahl der eingereichten Vorschläge war um 76 % höher als im Vorjahr – beweist einmal mehr, dass dem Europäischen Verteidigungsfonds enorme Bedeutung zukommt. Besonders groß war das Interesse bei den KMU. Somit bestätigt sich, dass der Europäische Verteidigungsfonds für kleinere Unternehmen und Neueinsteiger im Verteidigungssektor nach wie vor äußerst attraktiv ist. Was den Europäischen Verteidigungsfonds betrifft, stellen wir im Zuge dieser Runde fest, dass das neue EU-Innovationsprogramm im Verteidigungsbereich die Anpassung ziviler Technologien an den Verteidigungsbereich erleichtert. Damit wird die technologische und industrielle Basis der europäischen Verteidigung noch wettbewerbsfähiger.

Margrethe Vestager, Exekutiv-Vizepräsidentin, zuständig für das Ressort „Ein Europa für das digitale Zeitalter“

 

Heute kündigen wir die Finanzierung von 54 Kooperationsprojekten im Verteidigungsbereich an, für die mehr als 1 Mrd. EUR über den Europäischen Verteidigungsfonds bereitgestellt werden. Mit dem Europäischen Verteidigungsfonds ermutigen wir die Industrien in allen Mitgliedstaaten dazu, Kooperation und Innovation in kritischen Bereichen zu verstärken. Sie sollen die erforderlichen Verteidigungsfähigkeiten in den Bereichen Cyberabwehr, Boden-, Luft- und Seegefechte sowie Weltraum entwickeln und gemeinsam vorausplanen. Der Fonds trägt dazu bei, unseren einschlägigen Bedarf im Kontext des neuen Sicherheitsumfelds zu decken und den Weg für die technologische Führungsrolle Europas zu bereiten.

Kommissar Thierry Breton, zuständig für den Binnenmarkt

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
16. Mai 2024
Autor
Vertretung in Luxembourg