
Die Kommission gab heute offiziell die Auswahlergebnisse der Initiative MSCA4Ukraine bekannt, die vertriebene Forschende aus der Ukraine unterstützt. 13 Doktorandinnen und Doktoranden und 111 postdoktorale Forschende aus der Ukraine werden ihre Arbeit in EU-Mitgliedstaaten und mit Horizont Europa assoziierten Ländern fortführen können.
Ausgewählte Forschende werden in akademischen und nicht-akademischen Organisationen in 21 Ländern untergebracht, von denen sich die meisten in Deutschland, Tschechien und Frankreich befinden. Sie werden an Spitzenprojekten arbeiten, die über alle wissenschaftlichen Disziplinen verteilt sind. Die meisten der ausgewählten Forschungsvorschläge stammen aus den Bereichen der Biowissenschaften (25,8 %), Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften (21,8 %) und der Chemie (17,7 %). Die Dauer der verliehenen Stipendien variiert zwischen acht Monaten und zwei Jahren, wobei die meisten Bewerbenden ein zweijähriges Stipendium erhalten.
Es werden ebenfalls Möglichkeiten zur Karriereentwicklung sowie Weiterbildungen angeboten, welche sich auf die Entwicklung von forschungsspezifischen und grundlegenden bereichsübergreifenden Fähigkeiten und Kompetenzen fokussieren. Wie bei den übergeordneten Marie-Skłodowska-Curie-Maßnamen stellt die Initiative mit einem Gesamtbudget von 25 Mio. Euro Familienzulagen zur Verfügung, um ausgewählten Forschenden mit familiären Verpflichtungen zu helfen. Des Weiteren wird eine Zulage für besondere Bedürfnisse bereitgestellt, um Forschende mit Behinderung zu unterstützen und ihre Teilnahme zu erleichtern.
Eine detaillierte Übersicht mit dem Anwendungsbereich der Projekte, den teilnehmenden Organisationen und Ländern finden Sie hier.
Wenn die Umstände es erlauben, werden die Forschenden bei ihrer Rückkehr in die Ukraine sowie beim Wiederaufbau und Schutz der Forschungs- und Innovationskapazitäten des Landes unterstützt. Die verfügbare Unterstützung wird es ihnen ermöglichen, Verbindungen zu ihrer Aufnahmeorganisation aufrecht zu erhalten, Forschungsaufträge durchzuführen und neue Projekte zu entwickeln, wenn die Situation es erlaubt.
Hintergrund
Die Europäische Kommission hat im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen eine gezielte Maßnahme zur Unterstützung vertriebener Forschender aus der Ukraine eingeführt. Die MSCA4Ukraine-Stipendien richten sich an alle Bereiche von Forschung und Innovation.
Die Initiative MSCA4Ukraine wurde im September 2022 eingeführt und ist Teil der EU-Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um Forschende aus der Ukraine zu unterstützen und es ihnen zu ermöglichen, ihre Arbeit in der EU fortzusetzen. Damit trägt die Initiative zugleich dazu bei, das ukrainische Forschungs- und Innovationssystem aufrechtzuerhalten und somit die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung insgesamt zu schützen. Für die Durchführung des Programms ist ein Konsortium zuständig, das über Erfahrung mit der Unterstützung von Forschenden in schwierigen Situationen verfügt und sich aus der Europäischen Hochschulvereinigung, dem Scholars-at-Risk-Europe-Netzwerk der Universität Maynooth (Irland) und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung (Deutschland) zusammensetzt.
Anfang dieses Monats gab die Kommission außerdem bekannt, dass ein neues Büro des Horizont-Europa-Programms (HE) voraussichtlich 2023 in Kyiv seine Türen öffnen wird. Das Büro unterstützt die nationalen Kontaktstellen, Forschenden und Innovatoren in der Ukraine und stärkt Forschungs- und Innovationsnetzwerke (F&I) zwischen der Ukraine und Europäischen Institutionen.
Im März 2022 hat die Kommission das Portal „Europäischer Forschungsraum für die Ukraine“ (ERA4Ukraine) eingerichtet, eine zentrale Anlaufstelle für Informationen und Unterstützungsdienste für Forschende in der Ukraine sowie Forschende, die aus der Ukraine geflohen sind.
Weitere Informationen
Weitere Informationen über die Ergebnisse der MSCA4Ukraine-Aufrufs
Weitere Informationen und Einzelheiten des Aufrufs auf der MSCA4Ukraine-Website
Weitere Informationen über die EU und Forschende aus der Ukraine
Weitere Informationen zum Projekt InspirEurope+
Zitate
Wir helfen Geflüchteten aus der Ukraine auf unterschiedliche Weise. Eine davon ist unsere Unterstützung für Forschende, die vor dem Angriff Russlands fliehen. Diese Initiative bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Forschungstätigkeiten im Ausland fortzusetzen. Wir möchten, dass der Fortschritt in Wissenschaft und Innovation trotz der schwierigen Zeiten weitergeht.
Margrethe Vestager, Exekutiv-Vizepräsidentin, zuständig für das Ressort „Ein Europa für das digitale Zeitalter“ - 23/02/2023
Die MSCA4Ukraine-Initiative ist ein weiterer Beweis für unsere Solidarität mit dem ukrainischen Volk. Wir freuen uns, dass 124 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschungsarbeit fortsetzen können und Zugang zu Schulungen sowie Möglichkeiten zur Kompetenz- und Karriereentwicklung erhalten. Wir hoffen, dass sie nach Ende des Krieges zum Wiederaufbau ihres Heimatlandes beitragen können.
Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend - 23/02/2023
Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 23. Februar 2023
- Autor
- Vertretung in Luxembourg