
Die Europäische Kommission veröffentlicht heute die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen 2026 zu Stipendien für promovierte Forschende im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA), die mit 399,05 Mio. EUR ausgestattet sind. Mit diesen Stipendien werden promovierte Forschende bei ihren Forschungstätigkeiten im Ausland und dem Erwerb neuer Kompetenzen in verschiedenen Disziplinen und Sektoren unterstützt. Den Forschenden wird die Zusammenarbeit mit führenden wissenschaftlichen Teams zugutekommen, wobei sie durch ihre Spitzenforschung wiederum zur Wettbewerbsfähigkeit der EU beitragen. Bewerbungen können ab heute und bis zum 9. September 2026 eingereicht werden.
Seit die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen 1996 ins Leben gerufen wurden, haben über 150 000 Forschende an ihnen teilgenommen, darunter 23 Nobelpreisträger, was den langjährigen Beitrag dieser Maßnahmen zu wissenschaftlicher Exzellenz und internationaler Zusammenarbeit deutlich macht.
Dieser Aufruf erfolgt im Zuge der mit über 1,25 Mrd. EUR dotierten MSCA im Jahr 2026. Diese Summe ist im Rahmen von „Horizont Europa“ 2021-2027 für die Exzellenz in der Forschung veranschlagt, was auch in der Initiative „Choose Europe“ betont wird. Mit diesen Mitteln wird die Forschung weiterhin durch Programme für Doktoranden und promovierte Forschende, Forschungsstipendien und gemeinsame Forschungs- und Innovationsprojekte im Wege der MSCA unterstützt.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte: „Die Zukunft Europas ist auf Wissen, Erforschung und Talent aufgebaut. Seit 30 Jahren helfen die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen Forschenden dabei, die Wissenschaft voranzubringen und aus Ideen Fortschritte für die Gesellschaft werden zu lassen. Heute bekennen wir uns erneut dazu. An Aktive in der Forschung weltweit richten wir eine klare Botschaft: Kommen Sie mit Ihrem Forschungseifer und Ihrem Talent: Europa ist Ihr Ort für Innovation und Erfolg.“
Mit den Erfolgen des Programms als Grundlage wird der Jahrestag das ganze Jahr 2026 unter dem Motto „30 Jahre Neugier, die die Welt verändert“ begangen. Dabei werden die Errungenschaften des Programms und sein Einfluss auf Laufbahnen in der Forschung präsentiert. Geschichten, Meilensteine und Höhepunkte werden bereits jetzt auf einer eigenen Webseite zum Jahrestag vorgestellt, dazu Beiträge der MSCA-Gemeinschaft, ein Interview mit Prof. Dr. Hélène Langevin-Joliot, Enkelin von Marie Skłodowska-Curie und weitere Informationen.
In die Ausbildung und Karriere von Forschenden investieren
Zusätzlich zu der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für MSCA-Stipendien für promovierte Forschende wird die Kommission im Laufe des Jahres 2026 zwei weitere MSCA-Aufforderungen veröffentlichen. Deren Gegenstand sind die Unterstützung Forschender und ihrer Karrieren in Europa:
- MSCA-Doktorandennetzwerke (28. Mai – 24. November 2026): 593,03 Mio. EUR, um Doktoranden an Hochschulen und in anderen Umfeldern (z. B. Industrie, Unternehmen und öffentliche Verwaltungen) einzustellen und auszubilden. Das Programm umfasst außerdem gemeinsame Promotionsprogramme und Doktorate in der Industrie, durch die Forschende ein breites Spektrum übertragbarer Kompetenzen erlangen und so ihre Karriereaussichten verbessern.
- MSCA „Choose Europe for Science“ (8. Dezember 2026 – 6. April 2027): 51,25 Mio. EUR zur Stärkung der Attraktivität von Forschungskarrieren in Europa, wobei Fragen prekärer Verhältnisse angegangen und hervorragende Arbeitsbedingungen geboten werden. Aus der Ab- soll so eine Zuwanderung von Hochqualifizierten in Forschung und Innovation werden. Gefördert werden Projekte, bei denen akademische und nichtakademische Organisationen promovierte Forschende einstellen, mitfinanzieren und eine Beschäftigung über den Projektzeitraum hinaus anstreben. Die bevorstehende Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen schließt sich an die Pilotmaßnahme aus dem Jahr 2025 an, deren Ergebnisse in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.
Zwei weitere Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen der MSCA des Jahres 2026 wurden bereits Ende letzten Jahres veröffentlicht:
- MSCA Personalaustausch (endet am 16. April 2026): 97,92 Mio. EUR für Kooperationsprojekte in Forschung und Innovation zur Förderung des internationalen, sektorübergreifenden und interdisziplinären Austauschs und Wissenstransfers auf allen Stufen der Innovationskette.
- MSCA COFUND (geendet am 8. April 2026): 105,46 Mio. EUR als Hilfe für Organisationen, eigene Doktorandenausbildungen und Stipendienprogramme für promovierte Forschende einzurichten bzw. auszubauen. Ziel ist es, Forschungstalente anzuziehen und einzustellen, ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln und sie in ihrer Laufbahn voranzubringen.
Hintergrund
Wegweisende europäische Forschungsstipendien in den 1990er Jahren, maßgeblicher Anteil an Forschungslaufbahnen heute: Die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen sind zum Leitprogramm der Europäischen Union für die Ausbildung, Mobilität und Laufbahnentwicklung von Forschenden geworden, das allen Disziplinen und Sektoren offensteht. Dieses Programm zieht Talente aus aller Welt an, stärkt die Verbindungen zur Industrie und zu nichtakademischen Akteuren und fördert die Integration des Europäischen Raums der Forschung.
Weitere Informationen zu den Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen „MSCA 2026“
Mehr zu den Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen
Arbeitsprogramm 2026-2027 für die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen
Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 9. April 2026
- Autor
- Vertretung in Luxembourg