
Nach der Bewertung der im Jahr 2025 eingereichten Vorschläge wird die Kommission im Rahmen des Europäischen Verteidigungsfonds 1,07 Mrd. EUR in 57 neue Projekte investieren. Mit diesen Investitionen werden die im Fahrplan für die Verteidigungsbereitschaft 2030 festgelegten Ziele unterstützt und wesentliche Mittel für die vier wichtigsten Leitinitiativen der EU im Verteidigungsbereich bereitgestellt: die europäische Drohnenabwehrinitiative, den Schutzschild für die Ostflanke, den europäischen Luftschild und den europäischen Weltraumschild.
Ergebnisse der Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für den Europäischen Verteidigungsfonds 2025
Die 57 Projekte, die im Rahmen des Arbeitsprogramms 2025 des Europäischen Verteidigungsfonds ausgewählt wurden, decken eine große Bandbreite kritischer Sektoren ab, darunter künstliche Intelligenz (KI), Cyberabwehr, Drohnen und Drohnenabwehrsysteme. Mit diesen Investitionen soll sichergestellt werden, dass die EU bei fortschrittlichen Verteidigungstechnologien führend bleibt.
Die vier europäischen Leitinitiativen für die Bereitschaft werden mit mehr als 15 Projekten unterstützt. Beispielsweise werden im Projekt AETHER Antriebs- und Wärmekontrollsysteme zur Unterstützung der Drohnenabwehrinitiative entwickelt. Alle Leitinitiativen werden auch von bereichsübergreifenden Projekten profitieren, die sich auf Sensoren, den digitalen Wandel oder Cybertechnologien konzentrieren.
Unterstützt von einem EU-Innovationsbüro für Verteidigung in Kyjiw vertieft die EU auch ihre Zusammenarbeit mit der ukrainischen Verteidigungsindustrie. Ziel dieser Partnerschaft ist es, die Ukraine besser in die industrielle Basis der europäischen Verteidigung zu integrieren. Eine Schlüsselinitiative, das Projekt STRATUS, dient der Entwicklung eines KI-gestützten Cyberabwehrsystems gegen Drohnenschwärme. Es umfasst einen ukrainischen Unterauftragnehmer, wodurch sichergestellt wird, dass Erfahrungen vom Gefechtsfeld direkt in das Projekt einfließen.
Um neue Talente anzuziehen, werden im Rahmen mehrerer Projekte, deren Schwerpunkt auf der Massenproduktion erschwinglicher Drohnenmunition liegt, „Unterausschreibungen“ veröffentlicht, die sich an Start-up-Unternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) richten. Diese kleineren Unternehmen können jeweils bis zu 60 000 EUR für die Integration neuer Innovationen erhalten, um denjenigen, die über keine Erfahrung im Verteidigungsbereich verfügen, beim Markteintritt zu helfen. Ukrainische Einrichtungen können sich ebenfalls bewerben. An den ausgewählten Projekten sind 634 Einrichtungen aus 26 EU-Mitgliedstaaten und Norwegen beteiligt, was Ausdruck des starken Engagements für die europäische Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich ist. KMU spielen in dieser Runde eine zentrale Rolle, da sie mehr als 38 % der Teilnehmer ausmachen und mehr als 21 % der Gesamtfinanzierung erhalten.
Als Ergebnis der Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen werden 32 Initiativen zur Fähigkeitenentwicklung und 25 Forschungsprojekte mit 675 Mio. bzw. 332 Mio. EUR gefördert.
Nächste Schritte
Nach der Auswahl der erfolgreichen Projektvorschläge wird die Kommission nun mit der Vorbereitung der Finanzhilfevereinbarungen mit den Konsortien beginnen, damit diese noch vor Jahresende unterzeichnet werden können.
Hintergrund
Der Europäische Verteidigungsfonds ist mit einer Mittelausstattung von 7,3 Mrd. EUR für den Zeitraum 2021-2027 das wichtigste Instrument der EU zur Unterstützung der Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit im Verteidigungsbereich. Er fördert die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aller Größen und Forschungseinrichtungen in der gesamten EU und Norwegen und treibt den Wandel und die Erweiterung des Verteidigungsökosystems der EU voran. Im Mittelpunkt steht dabei das EU-Innovationsprogramm im Verteidigungsbereich (EUDIS).
Bei der fünften Runde der Aufforderungen wurden 410 Vorschläge eingereicht; diese Rekordzahl bedeutet eine Steigerung um 37 % gegenüber dem letzten Jahr.
Weitere Informationen
Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 15. April 2026
- Autor
- Vertretung in Luxembourg