
Heute treffen fast 100 000 Dosen Mpox-Impfstoff in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) ein; die erste Lieferung des Impfstoffs an das Land. Eine zweite Lieferung von rund 100 000 Impfstoffdosen wird in den kommenden Tagen erwartet.
Bei diesen Impfstoffen handelt es sich um einen Teil der 215 000 Dosen des MVA-BN ®-Impfstoffs, die die Behörde der Europäischen Kommission für Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA) angekauft und deren Verteilung an die betroffenen afrikanischen Länder sie als Sofortreaktion auf den Mpox-Ausbruch zugesagt hat.
Über Team Europa werden weitere 351 500 Dosen aus Frankreich, Deutschland, Spanien, Malta, Portugal, Luxemburg, Kroatien, Österreich, Polen und eventuell einigen weiteren Mitgliedstaaten an das Africa CDC gespendet, damit sie an die betroffenen Länder verteilt werden. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der von Team Europa gespendeten Impfstoffdosen auf mindestens 566 500, einschließlich der erwähnten 215 000 Dosen, die von der HERA in Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen Bavarian Nordic gespendet wurden.
EU-Hilfe gegen den Mpox-Ausbruch
Diese Initiative ist Teil eines umfassenden Programms von EU-Maßnahmen, das im Rahmen der EU-Strategie für globale Gesundheit aufgelegt wurde; sie stellt die externe Dimension einer starken Europäischen Gesundheitsunion dar und ist ein Schlüsselelement von Global Gateway als Unterstützung der Partner in der übrigen Welt.
Die Kommission koordiniert aktiv die Reaktion der EU-Mitgliedstaaten auf den Mpox-Ausbruch durch regelmäßige Sitzungen des HERA-Boards und des Gesundheitssicherheitsausschusses, sodass die Bewältigung von Gesundheitsgefahren rasch koordiniert werden kann.
Das Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen (ERCC) steht in ständigem Kontakt mit den EU-Mitgliedstaaten, da das Katastrophenschutzverfahren der Union (rescEU) im Falle seiner Aktivierung genutzt werden kann, um die Verteilung von Mpox-Impfstoffen und -Therapeutika auf Länder mit Bedarf zu konzentrieren. Je nach Bedarf vor Ort können auch spezialisiertes Fachwissen, medizinisches Material und Gerät eingesetzt werden.
Im Rahmen der Investitionsstrategie von Global-Gateway setzt sich die Kommission dafür ein, die öffentliche Gesundheit in Afrika zu verbessern. Der Schwerpunkt der Kommission liegt auf der Stärkung der Gesundheitssysteme, der Sicherung der Arzneimittelversorgungsketten und der Entwicklung der lokalen Herstellung durch Investitionen in die Infrastruktur und ein förderliches Regelungsumfeld. Ein Beispiel hierfür stellt die Team-Europa-Initiative für die Herstellung von und den Zugang zu Impfstoffen, Arzneimitteln und Gesundheitstechnologien (Mav+) und für nachhaltige Gesundheitssicherheit dar.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) unterstützt die epidemiologische Arbeit in der DRK in Zusammenarbeit mit dem Africa CDC zur Ermittlung von vorrangigen Gebieten für die Mpox-Forschung und ist federführend in der weltweiten Koordinierung des Netzes wichtiger Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (Centres for Disease Control - CDC). Darüber hinaus arbeitet die HERA mit dem Africa CDC zusammen, um den Zugang zu Mpox-spezifischer Diagnostik und Sequenzierung in der Region zu erweitern; dazu ist ein Zuschuss in Höhe von 9,4 Mio. EUR für den Frühherbst vorgesehen.
Die Kommission hat 1 Mio. EUR an humanitärer Hilfe zur Unterstützung von Versorgung, Prävention, epidemiologischer Überwachung, Risikokommunikation und Verteilung von Material im Osten der DRK sowie 200 000 EUR für Burundi bereitgestellt, um das Rote Kreuz Burundis bei der Vorsorge gegen die Epidemie und der Reaktion darauf zu unterstützen. Über die Kapazität für europäische humanitäre Hilfe wurden am 4. September in Zusammenarbeit mit dem ECDC zwei Epidemiologen in die DRK entsandt. Zudem stellt die Kommission regelmäßige humanitäre Hilfsgelder für Überwachungsprogramme in Lagern und Siedlungen in Uganda und Kenia und zur Hilfe bei der Mpox-Abwehr bereit.
Hintergrund
Die Weltgesundheitsorganisation stellte am 14. August fest, dass das Wiederaufflammen der Mpox-Infektionen in der DRK und einer wachsenden Zahl von Ländern in Afrika eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC) darstellte. Das Africa CDC hatte bereits am Vortag eine gesundheitliche Notlage für die kontinentale Sicherheit ausgerufen, um auf die zunehmende Besorgnis in Bezug auf die öffentliche Gesundheit in der gesamten Region zu reagieren.
Das Africa CDC forderte die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung seiner Arbeit auf. Auf diesen Aufruf reagierte die HERA unverzüglich, woraufhin die ersten Impfstoffe an die DRK gespendet wurden.
Die HERA arbeitet seit dem Mpox-Ausbruch 2022 mit dem Pharmaunternehmen Bavarian Nordic zusammen – zunächst im Rahmen direkter Beschaffungsvereinbarungen, dann durch Unterzeichnung eines Vertrags über die gemeinsame Beschaffung, was es den EU-Mitgliedstaaten und weiteren Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ermöglichte, den Mpox-Impfstoff für den Einsatz in ihren Ländern zu beschaffen. Am 14. August 2024 wurde diese Zusammenarbeit durch die Spende der HERA von 215 000 MVA-BN®-Impfstoffdosen an das Africa CDC gestärkt.
Weitere Informationen
Beschaffung von Impfstoffen gegen den Mpox-Ausbruch in Afrika
Katastrophenschutzverfahren der Union
Quote(s)
Heute erfolgt die erste Lieferung von Mpox-Impfstoffen durch die Europäische Kommission an die Demokratische Republik Kongo. Ab heute werden rund 200 000 Impfstoffdosen der Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA) der Kommission in der DRK eintreffen, um zur Bekämpfung des Ausbruchs beizutragen. Darüber hinaus sagt Team Europa heute gemeinsam eine Spende von rund 351 500 Dosen zu, was die Gesamtzahl auf mindestens 566 500 Impfstoffdosen erhöht. Wir haben aus der COVID-19-Pandemie gelernt, dass wir Gesundheitsbedrohungen wie Mpox nur durch Partnerschaft und globale Solidarität über Grenzen hinweg bekämpfen können. Dies ist unsere Europäische Gesundheitsunion in Aktion.
Stella Kyriakides, Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 5. September 2024
- Autor
- Vertretung in Luxembourg