
Die Europäische Kommission startet eine neue humanitäre Luftbrücke, damit die Bedürftigsten in Syrien mit medizinischer Notversorgung und weiteren lebenswichtigen Hilfsgütern unterstützt werden können. Außerdem stockt sie die Gelder für humanitäre Hilfe auf.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, erklärte: „Der Zusammenbruch des Assad-Regimes gibt dem syrischen Volk neue Hoffnung. Aber dieser Moment des Wandels birgt auch Risiken und bringt Not mit sich. Angesichts der instabilen Lage vor Ort ist unsere Hilfe für die Menschen in Syrien umso wichtiger. Aus diesem Grund haben wir unsere Mittel für humanitäre Hilfe in diesem Jahr auf über 160 Mio. EUR aufgestockt. Außerdem richten wir eine humanitäre Luftbrücke ein, über die lebenswichtige Güter wie Lebensmittel, Medikamente und Notunterkünfte transportiert werden. Ich werde die Lieferung humanitärer Hilfe bei meinem Treffen mit Präsident Erdogan am Dienstag weiter erörtern. Wir stehen an der Seite der Menschen in Syrien.“
Mit den von der EU finanzierten Hilfsflügen werden insgesamt 50 Tonnen medizinischer Hilfsgüter aus EU-Lagerbeständen in Dubai nach Adana in der Türkei transportiert, von wo aus sie in den kommenden Tagen im Nachbarland verteilt werden sollen. Weitere 46 Tonnen Hilfsgüter, die für die Gesundheitsversorgung, Bildung und Unterbringung bestimmt sind, werden aus einem anderen EU-Lager in Dänemark nach Adana befördert und an Unicef und die Weltgesundheitsorganisation zur Verteilung in Syrien übergeben.
Darüber hinaus hat die Kommission weitere 4 Mio. EUR für die dringendsten humanitären Bedürfnisse der Menschen mobilisiert. Damit beläuft sich die humanitäre Hilfe im Jahr 2024 auf insgesamt 163 Mio. EUR.
Mit diesen zusätzlichen Mitteln wird die humanitäre Hilfe aufgestockt, die über die bereits in Syrien tätigen humanitären Partner der EU geleistet wird. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die lebenswichtige Hilfe rasch ankommt. Dazu gehören die Bereitstellung von Trauma-Kits und Notunterkünften, die Schließung kritischer Lücken bei der medizinischen Versorgung und Unterstützung im Bereich Sanitärversorgung. Außerdem wird die Verteilung von Nahrungsmittelpaketen an 61 500 Menschen in Nordsyrien finanziert.
In den vergangenen 13 Jahren haben die EU und ihre Mitgliedstaaten mehr als 33,3 Mrd. EUR an humanitärer Hilfe, Entwicklungs-, Wirtschafts- und Stabilisierungshilfe mobilisiert und damit die Menschen in Syrien und der Region unterstützt.
Hintergrund
14 Jahre Krieg haben für die Menschen in Syrien Massenvertreibungen, weitverbreitete Ernährungsunsicherheit, die Zerstörung von Infrastrukturen, wirtschaftlichen Niedergang und vermeidbare Krankheiten mit sich gebracht. Rund 16,7 Millionen Menschen benötigen dringend Hilfe. Die Eskalation der Feindseligkeiten in Libanon trägt zur weiteren Verschärfung der Lage bei. Über 560 000 Menschen sind vor dem Konflikt nach Syrien geflohen. Die Zivilbevölkerung leidet unter den Folgen der jüngsten politischen Entwicklungen; Vertreibungen, Tote und Verletzte sind an der Tagesordnung. Die weitere Entwicklung bleibt offen, denn die Feindseligkeiten im Nordosten des Landes dauern an und der Bedarf an humanitärer Hilfe nimmt zu.
Trotz zahlreicher Schwierigkeiten, darunter die stark schwankenden Bedingungen für den Zugang humanitärer Helfer, leistet die EU weiterhin unparteiische humanitäre Hilfe für Notleidende in ganz Syrien.
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Der Zusammenbruch des Assad-Regimes gibt dem syrischen Volk neue Hoffnung. Aber dieser Moment des Wandels birgt auch Risiken und bringt Not mit sich. Angesichts der instabilen Lage vor Ort ist unsere Hilfe für die Menschen in Syrien umso wichtiger. Aus diesem Grund haben wir unsere Mittel für humanitäre Hilfe in diesem Jahr auf über 160 Mio. EUR aufgestockt. Außerdem richten wir eine humanitäre Luftbrücke ein, über die lebenswichtige Güter wie Lebensmittel, Medikamente und Notunterkünfte transportiert werden. Ich werde die Lieferung humanitärer Hilfe bei meinem Treffen mit Präsident Erdogan am Dienstag weiter erörtern. Wir stehen an der Seite der Menschen in Syrien.
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission
Wir verstärken unsere humanitäre Hilfe und leisten konkrete Unterstützung für die Vertriebenen und die Menschen, die von der schwierigen Lage in Syrien betroffen sind. Über unsere neue Luftbrücke liefern wir Hilfe zur Rettung von Menschenleben. Wir erleben einen historischen Wandel, der den Menschen in Syrien endlich Frieden und Stabilität bringen könnte. Jedoch dürfen wir die humanitären Folgen, die die Zunahme von Feindseligkeiten und Konflikten für die Zivilbevölkerung mit sich bringt, nicht aus dem Auge verlieren.
Hadja Lahbib, Mitglied der Kommission für Gleichberechtigung sowie Krisenvorsorge und -management
Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 13. Dezember 2024
- Autor
- Vertretung in Luxembourg