
Der neue Supercomputer JUPITER, der von Kommissionsmitglied Sachariewa und Bundeskanzler Friedrich Merz am Forschungszentrum Jülich in Deutschland eingeweiht wurde, ist offiziell das erste europäische System, das die Exascale-Schwelle erreicht hat, d. h., er führt mehr als eine Trillion (10¹⁸) Rechenoperationen pro Sekunde durch – ein Rechenleistungsniveau, das in etwa den gebündelten Rechenkapazitäten von einer Million moderner Smartphones entspricht. Dieser Meilenstein markiert Europas Eintritt in die weltweite Liga des Hochleistungsrechnens.*
Offiziell als Europas leistungsstärkster und weltweit viertschnellster Supercomputer eingestuft, verbindet JUPITER eine bislang beispiellose Rechenleistung mit einem klaren Nachhaltigkeitsanspruch. Das System wird vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben und zeichnet sich durch hochmoderne Kühlung und die Wiederverwendung von Energie aus, was es zum energieeffizientesten Supercomputermodul der Welt macht – bestätigt durch seinen vordersten Platz auf der Rangliste „Green500“.
Mit einer Rechenleistung von über einem Exaflop wird JUPITER die Wissenschaft, Innovation und Politikgestaltung in ganz Europa verändern. Forschende werden nun in der Lage sein, Klima- und Wettermodelle in Kilometerauflösung zu erstellen, sodass Extremereignisse wie Hitzewellen, schwere Stürme und Überschwemmungen noch viel präziser vorhergesagt werden können.
JUPITER wird die Entwicklung und den Einsatz von KI-Lösungen ermöglichen; seine Hochleistungsrechenkapazitäten werden die im März 2025 angekündigte künftige KI-Fabrik JAIF (JUPITER AI Factory) unterstützen, mit der modernste große Sprachmodelle (Large Language Models, „LLM“) für generative KI und digitale Technologien der nächsten Generation trainiert werden sollen.
JUPITER ist das Ergebnis einer gemeinsamen Investition der EU und Deutschlands in Höhe von 500 Mio. EUR, die über das Gemeinsame Unternehmen EuroHPC getätigt wurde. Das System ist Teil der umfassenderen Strategie Europas zur Entwicklung eines Netzes von KI-Gigafabriken: groß angelegte, energieeffiziente Rechenzentren für das Training und den Einsatz hochmoderner KI-Modelle.
Hintergrund
Das Gemeinsame Unternehmen für europäisches Hochleistungsrechnen (EuroHPC) hat bereits 13 Vorschläge für die Einrichtung und den Betrieb von KI-Fabriken in Europa ausgewählt.
KI-Fabriken werden die wichtigsten Elemente zusammenführen, die für den Erfolg der KI nötig sind: Rechenleistung, Daten und Talente. Sie werden Zugriff auf die gewaltige Rechenleistung gewähren, die Start-ups, Industrieunternehmen und Forschende benötigen, um ihre KI-Modelle und -Systeme zu entwickeln, zum Beispiel europäische große Sprachmodelle (LLM) oder spezialisierte vertikale KI-Modelle für bestimmte Sektoren oder Bereiche.
Am 30. Juni 2025 hat die Kommission zudem mitgeteilt, dass überwältigend viele Vorschläge (im Rahmen von 76 Interessenbekundungen aus 16 Mitgliedstaaten) zum Aufbau europäischer KI-Gigafabriken eingereicht wurden.
Das Konzept der KI-Gigafabriken baut auf der Initiative für KI-Fabriken auf und nutzt Europas hochmodernes EuroHPC-Supercomputernetz, um das Ziel der EU zu verwirklichen, zum weltweit führenden KI-Kontinent zu werden. KI-Gigafabriken dienen als hochmoderne, groß angelegte KI-Rechenzentren und Datenspeicherzentren, in denen gezielt Hyperscale-KI-Modelle und -Anwendungen der nächsten Generation entwickelt, trainiert und eingesetzt werden, z. B. Modelle mit Hunderten Billionen Parametern. Durch die Integration immenser Rechenleistung, energieeffizienter Rechenzentren und KI-gestützter Automatisierung werden diese Einrichtungen neue Maßstäbe für das Training, die Inferenz und den Einsatz von KI-Modellen setzen.
Weitere Informationen
Gemeinsames Unternehmen für europäisches Hochleistungsrechnen (EuroHPC)
*Aktualisiert am 5.9.2025 um 12:08 Uhr.
Zitate
Dies ist ein historischer Meilenstein. Mit JUPITER wird Europa zur Heimat des leistungsstärksten Computers des Kontinents und zum viertstärksten der Welt. So wie der Planet Jupiter durch seine Anziehungskraft das Sonnensystem prägt, wird der Supercomputer JUPITER Europas Forschungsgemeinschaft, Start-ups, Industrie und Talente anziehen und zusammenbringen. Er wird Investitionen anziehen, bahnbrechende Entwicklungen fördern und Europa voranbringen.
Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie
Mit dem ersten Exascale-Supercomputer Europas schlagen wir ein neues Kapitel für Wissenschaft, KI und Innovation auf. JUPITER stärkt die digitale Souveränität Europas, treibt neue Entdeckungen voran und sorgt dafür, dass unseren Forschenden, Innovatoren und unseren Industrien die leistungsfähigsten und nachhaltigsten Rechenressourcen zur Verfügung stehen.
Ekaterina Sachariewa, Mitglied der Kommission für Start-Ups, Forschung und Innovation
Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 5. September 2025
- Autor
- Vertretung in Luxembourg