
Vielen Dank für Ihre Einladung.
Vielen Dank, Dr. Wei.
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Scholz,
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmer,
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dirk Hilbert,
Sehr geehrter Professor Asenkerschbaumer,
Herr Vorstandsvorsitzender Hanebeck,
Herr Vizepräsident Dirkzwager,
Meine Damen und Herren,
es ist eine Freude, hier zu sein. Dies hier ist mehr als nur ein Spatenstich heute. Es ist die Bestätigung, dass Europa ein weltweit angesehenes Innovationszentrum ist. Der größte Chip-Hersteller der Welt kommt zu uns und schließt sich mit drei der wichtigsten Unternehmen Europas zusammen. Und das kommt uns weit über Dresden und Sachsen hinaus zugute. Es bringt uns 11 000 neue Arbeitsplätze, sowohl hier als auch an anderen Orten auf dem Kontinent. Europäische Chip-Unternehmen erhalten Zugang zu neuen Technologien und neuen Produktionskapazitäten. Die europäische Industrie profitiert von zuverlässigeren lokalen Lieferketten und neuen maßgeschneiderten Produkten. TSMC seinerseits profitiert in diesen Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen von der geografischen Diversifizierung in Richtung Europa und einem besseren Zugang zu unseren Stärken wie der europäischen Automobilindustrie – wie Sie sagten, der Kunde ist für Sie wichtig – und unserem einzigartigen Binnenmarkt. Das ist also eine wahre Win-Win-Situation für uns alle. Und ich möchte allen danken, die dafür gesorgt haben, dass wir heute hier sind. Ich danke natürlich TSMC, Bosch, Infineon und NXP, den vier Partnern in diesem gemeinsamen Projekt. Aber ich möchte auch der Bundesregierung danken und der sächsischen Regierung. Mein aufrichtiger Dank gilt Ihnen allen dafür, dass Sie dies vollbracht haben und dafür, dass Sie an Europas immenses Potenzial glauben. Danke dafür, dass Sie diese Zeremonie hier und heute möglich gemacht haben.
Was Dresden so besonders macht, das ist nicht nur die Nähe zu so vielen Top-Unternehmen der Autoindustrie. Hier gibt es auch einen in Europa einzigartigen Cluster für Innovationen. Europa ist viel innovativer, als die meisten von uns annehmen. Die Forschung und Entwicklung im Bereich der Halbleiter, die hier bei uns geleistet wird, ist rund um den Globus anerkannt. Wir bauen extrem leistungsfähige Computer. Die weltweit führenden Anlagenbauer für Chips kommen hier aus Europa. Ich habe Spitzen-Unternehmen in ganz Europa besucht. Es gibt sie an Orten wie Löwen, Eindhoven und natürlich auch hier in Dresden. Ich erinnere mich noch gut an den Spatenstich für das neue Infineon-Werk vor einem Jahr. Hinter diesen ganzen Erfolgen steckt harte Arbeit.
Silicon Saxony bietet alles, was Europa für Investoren und Innovatoren so attraktiv macht. Hier in der Region sind mehr als 2500 Unternehmen der Chip-Branche ansässig. Hier kann man eine beeindruckende Zusammenarbeit zwischen jungen Start-ups und Weltkonzernen beobachten, aber auch zwischen Unternehmen und Hochschulen. Diese Region verfügt über ein attraktives Arbeitskräftepotenzial, mit mehr als 75000 Beschäftigten im Chip-Bereich. Die Menschen in Sachsen wissen schon lange, was es braucht, um erstklassige Chips herzustellen. Sie kennen sich mit Reinräumen aus. Sie sind es gewohnt, sich in dieser sehr speziellen Arbeitskleidung zu bewegen. In vielen Fällen haben Sie die Liebe zu diesem anspruchsvollen Beruf bereits von ihren Eltern übernommen – das ist eine Frage von Generation zu Generation. Und sie wollen genauso diese Leidenschaft an die nächste Generation weitergeben. Hier in Dresden wird für uns alle sichtbar, dass Europa eben sehr viel mehr ist als ein attraktiver Markt. Es ist ein einzigartiger Ort für Wachstum und Innovation.
Meine Damen und Herren,
auf der Stärke unserer Industrie haben wir unser europäisches Chip-Gesetz aufgebaut. Es ist jetzt drei Jahre her, dass wir uns das Ziel gesetzt haben, Europas Anteil an der weltweiten Chip-Produktion zu verdoppeln und somit auf 20 % zu erhöhen. Und seitdem haben wir in Europa den Spatenstich neuer modernster Chip-Fabriken erlebt, ob in Crolles bei Grenoble oder in Catania in Sizilien. Und jetzt die nächste hier in Dresden. Diese neue Fabrik wird nach dem europäischen Chip-Gesetz als sogenannte neuartige Anlage eingestuft. Mit anderen Worten: Es werden dort Produkte hergestellt, die nirgendwo sonst in Europa vorhanden oder auch nur geplant sind. Das bedeutet, dass dieses Werk auch auf nationaler Ebene finanzielle Unterstützung erhalten darf. So habe ich gute Nachrichten, denn gerade heute Morgen hatte ich die Gelegenheit, Beihilfen Deutschlands für dieses Projekt zu genehmigen, in Höhe von 5 Milliarden EUR. Und seit seinem Start hat das europäische Chip-Gesetz bereits tatsächlich öffentliche und private Investitionszusagen in der Größenordnung von 115 Milliarden EUR ausgelöst. Das ist für Europas Chip-Branche wirklich eine Investitionsrevolution.
Und das ist nur der Anfang. Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie zu stärken, ist eine zentrale Säule des neuen Fünfjahresprogramms der Europäischen Kommission, das ich im Juli vorgelegt habe.
Hierzu werde ich erstens im Rahmen unseres neuen Haushaltsplans einen neuen europäischen Fonds für Wettbewerbsfähigkeit vorschlagen. Er dient Investitionen in strategische Technologien und wird zu unseren wichtigen Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse beitragen, den sogenannten Important Projects of Common European Interest oder IPCEI, unter anderem im Bereich der Chips und des fortschrittlichen Packaging. Die nächste Europäische Kommission muss und wird eine Kommission für Investitionen sein. Zweitens werde ich innerhalb der ersten 100 Tage der neuen Amtszeit einen neuen Deal für eine saubere Industrie vorschlagen. Eines seiner wichtigsten Ziele wird es sein, den Zugang zu günstiger und sauberer Energie – es freut mich sehr zu hören, dass Sie vollständig auf erneuerbare Energie setzen – und günstigen Rohstoffen sicherzustellen. Und drittens brauchen wir eine Union der Kompetenzen. Wir wollen, dass Europas Arbeitskräfte über die erforderliche Ausbildung für die hochwertigen Arbeitsplätze verfügen, die Sie beispielsweise hier schaffen. Also müssen wir all die Hindernisse, die uns immer noch ausbremsen, aus dem Weg räumen. Und wir müssen mehr in das investieren, was Europa für Unternehmen wie zum Beispiel Ihre so attraktiv macht. Wir alle wissen, dass das globale Wettrennen um die Technologien von morgen begonnen hat. Und ich will, dass Europa jetzt wirklich einen Gang zulegt.
Meine Damen und Herren,
heute ist ein Tag der Freude, ein Tag der Freude für den Wirtschaftsstandort Dresden. Ein Tag der Freude für alle hier in Sachsen. Denn hier in Sachsen verbindet sich eine Jahrzehnte – um nicht zu sagen eine Jahrhunderte – alte Tradition mit dem fachlichen Können der Menschen, mit unternehmerischem Mut, und mit einer weitsichtigen wirtschaftspolitischen Strategie. Das heißt, das schmeckt richtig gut nach Zukunft, nach Chancen und nach langfristigen Wohlstandsperspektiven für eine ganze Region. Und deshalb bin ich sehr dankbar und ein klein wenig stolz darüber, dass Europa seinen Beitrag leisten konnte. Aber die heutige Feier ist gleichzeitig natürlich auch gleich wieder ein Ansporn. Europa muss Vorreiter sein und Vorreiter bleiben. Innovationen, die die Welt von morgen prägen werden, müssen aus Europa kommen.
Deshalb danke ich Ihnen allen hier für diesen wichtigen Meilenstein. Und wie es eben in Video hieß: Das ist nicht das Ende einer Reise, die wir erreicht haben, sondern der Anfang einer Reise, die wir gemeinsam unternehmen werden. Ich wünsche Ihnen alles Gute für dieses spannende neue Projekt.
Vielen Dank.
Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 20. August 2024
- Autor
- Vertretung in Luxembourg