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Vertretung in Luxemburg
Presseartikel17. April 2022Vertretung in LuxembourgLesedauer: 2 Min

Ukraine: EU stockt humanitäre Hilfe um weitere 50 Mio. EUR auf

Demonstration in Brussels in support of Ukraine

Da schwere Kämpfe und Raketenangriffe weiterhin kritische zivile Infrastrukturen zerstören, ist der humanitäre Bedarf in der Ukraine nach wie vor extrem hoch. Trotz Zugangs- und Sicherheitsproblemen leisten die humanitären Partner der EU Hilfe für schutzbedürftige Menschen in verschiedenen Regionen der Ukraine.

Die EU stellt weitere 50 Mio. EUR für humanitäre Hilfe bereit, um die von Russlands Krieg gegen die Ukraine betroffene Bevölkerung zu unterstützen, darunter 45 Mio. EUR für humanitäre Projekte in der Ukraine und 5 Mio. EUR für die Republik Moldau. Damit beläuft sich die von der EU als Reaktion auf den Krieg bereitgestellte humanitäre Hilfe auf insgesamt 143 Mio. EUR. Diese Mittel sind Teil des Hilfspakets in Höhe von 1 Mrd. EUR, das die Europäische Kommission auf der weltweiten Geberveranstaltung „Stand Up for Ukraine“ in der vergangenen Woche zugesagt hat.

Mit diesen neuen Mitteln wird der dringendste Bedarf an humanitärer Hilfe gedeckt, indem medizinische Soforthilfe, Zugang zu sauberem Trinkwasser und Hygiene, Unterkünften und Schutz, Bargeldhilfe und Unterstützung gegen geschlechtsspezifische Gewalt bereitgestellt werden.

Janez Lenarčič, EU-Kommissar für Krisenmanagement, erklärte:

Millionen von Menschen befinden sich in aktiven Kriegsgebieten auf der Flucht oder sind darin eingeschlossen, dadurch ist der humanitäre Bedarf in der Ukraine bereits massiv. Jetzt müssen wir auf eine weitere Zunahme der erbarmungslosen Angriffe Russlands auf die Ukraine, insbesondere im Osten, vorbereitet sein. Mit diesen zusätzlichen 50 Mio. EUR stellt die EU ihren Partnern weiterhin rasch humanitäre Mittel zur Verfügung, um die Hilfe weiter aufzustocken. Dadurch soll Menschen in schwer erreichbaren Gebieten geholfen werden, die vom Zugang zu Gesundheitsversorgung, Wasser und Strom abgeschnitten sind, sowie Menschen, die gezwungen sind, zu fliehen und alles zurückzulassen. Ukrainnerinnen und Ukrainer, wir stehen euch bei.“

Hintergrund

Nach der russischen Invasion am 24. Februar hat sich der humanitäre Bedarf in der Ukraine auf ein nie dagewesenes Niveau erhöht. Die anhaltenden Kämpfe gefährden das Leben der Zivilbevölkerung und verursachen schwere Schäden an Häusern und Wohnungen, dem Wasser- und Stromversorgungsnetz, Heizstrukturen, aber auch an öffentlichen Infrastrukturen wie Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Viele Menschen haben keinen Zugang zur Grundversorgung. Die Bevölkerung ist Opfer von Beschuss, bewaffneter Gewalt, Minen, Familientrennung, Plünderungen oder Zwangsräumungen sowie Menschenhandel. Es besteht ein hohes Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Am 28. Februar kündigte die Europäische Kommission 90 Mio. EUR für humanitäre Hilfsprogramme zur Unterstützung der vom Krieg in der Ukraine betroffenen Zivilisten an. Dieser Betrag umfasst 85 Mio. EUR für die Ukraine und 5 Mio. EUR für die Republik Moldau. Am 10. März stellte die Europäische Kommission der Republik Moldau weitere 3 Mio. EUR für humanitäre Hilfe zur Unterstützung der Menschen zur Verfügung, die aus der Ukraine fliehen.

Die Europäische Kommission koordiniert auch ihre bisher größte Katastrophenschutzoperation, um die betroffenen Menschen sowohl in der Ukraine als auch in ihren Nachbarländern zu unterstützen. Bislang wurden über 19 000 Tonnen von den Logistikknotenpunkten der EU in Polen, der Slowakei und Rumänien an die Ukraine geliefert. Die im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens koordinierte Hilfe umfasst unentbehrliche Lieferungen wie Arzneimittel, Nahrungsmittel, Stromgeneratoren und Unterkünfte.

Weitere Informationen:

Factsheet Ukraine

 

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
17. April 2022
Autor
Vertretung in Luxembourg